Mein Jakobsweg Tag #67

Ok, die Weineskapade des gestrigen Abends rächt sich heute ein wenig. Leichtes Kopfweh und fehlende Energie in den Beinen. Nicht gut. Einziger positiver Effekt ist, dass ich gestern einen Mitstreiter für den heutigen Tagesmarsch gefunden habe. Gabriel, ein junger Pariser, teilt sich heute den Weg mit mir. Zum Glück, immer dieselbe Musik zu hören, wird auf Dauer dann auch ein wenig anstrengend. Ein nettes Gespräch und die angenehm kühlen Temperaturen machen die Schmerzen heute sogar sehr gut erträglich. Im nächsten Ort treffen wir dann auf Greg, den Briten der gestrigen Runde, und legen gleich mal ein Päuschen ein, um zu frühstücken. Schon sind wir zu dritt. In der Konstellation machen wir uns auf den Weg. Greg und ich haben heute das gleiche Ziel, also hab ich auch am Abend Gesellschaft. Da wir unsere Betten für heute reserviert haben, kann man untertags ruhig ein wenig trödeln. Darum gibt’s heut gleich um 11.00 Uhr das erste Gläschen Wein. 3 Achterl Wein um 2,40 €! Und der schmeckt auch noch vorzüglich. Wie gibt’s denn sowas? Wahnsinn. Am anderen Ende der Stadt, ein wenig abseits vom Pilgerweg, stoppen wir nochmal für einen kleine Snack.

Alles, was wir da am Tisch stehen habe, kostet im ganzen zirka 6,- €. Zu dem Preis gibt’s natürlich gleich noch eine Runde davon. Als wär das nicht schon genug, freut sich die Dame hinter der Bar so sehr über unsere Anwesenheit, dass sie uns eine große Portion Oliven und jedem eine Tortilla spendiert. Wir haben im Ganzen vielleicht 15,- € Zeche gemacht und dann wird man schon beschenkt. Hier könnt’s mir gefallen, ohne Witz. Bis obenhin voll, machen wir uns wieder auf den Weg, um die letzten Kilometer runterzubiegen. Doch Greg muss wegen Fußschmerzen stehen bleiben und eine Pause einlegen. Da die Mittagshitze aber immer schlimmer wird, gehen wir nur mehr zu zweit weiter. Doch auch Gabriel wird nach einer halben Stunde immer langsamer und da ich echt keine Lust habe, den ganze Nachmittag in der Hitze zu laufen, geht’s für mich alleine weiter. Der Weg verläuft die letzten Kilometer parallel zur Autobahn, also echt keine schöne Strecke zu gehen. Darum hol ich alles raus, was meine Füße heute noch hergeben. Da erscheint am Horizont auch schon mein heutiges Etappenziel, Navarrete.

Viel mehr gibt’s eigentlich nicht zum heutigen Tag zu sagen. Schmerzende Füße, durchgebraten von der Sonne und bereit für Morgen.

Tagesübersicht:

Weg: Sansol – Logrono – Navarrete

Strecke: 32,3 km

Schritte: 44.170

2 Kommentare zu „Mein Jakobsweg Tag #67

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