Mein Jakobsweg Tag #61

Na gut. Ich warte jeden Tag schon darauf, wann die erste ärgerliche Sache des Tages geschieht. Direkt nach dem Aufstehen ist hart. Ich bin fixfertig und abmarschbereit und muss feststellen, dass mein Handy, was heute noch unerlässlich ist, um mir ein Bett für morgen zu reservieren, fast keinen Akku hat. Mein Zimmerkollege hatte nämlich die brilliante Idee, den Verteiler mit 6 Steckdosen, 5 davon waren noch frei, abzustecken, um sein Handy direkt an der Steckdose aufzuladen. Verdammter Idiot. Das heißt für mich, einfach Stromsparen – also keine Musik und Fotomotive gut auswählen. Der frühe Aufbruch wird mir, nach der ersten Steigung, dafür direkt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang entschädigt.

Und nach der Woche, die ich nur durch Felder gelaufen bin, ist so eine Berglandeschaft echt mal wieder eine angenehme Abwechslung für meine Psyche. Nur scheinbar mein Körper kann mit den Steigungen und der fast schon wieder ungewohnten Belastung nicht so gut umgehen. Direkt auf Steigung Nummer 2 meldet sich mein Schienbein.

Und wie! Ein stechender Schmerz fährt mir das Bein hoch bis zum Knie. Ich kämpfe mich den Hang hinauf, um mir auf der Spitze eine kleine Pause zu gönnen und Schadensbegrenzung zu versuchen. Nur, was ich da von der Spitze zu sehen bekomme, ist nicht das, was ich mit so einem Handicap unbedingt vor mir haben möchte.

Die Pyrenäen. Und da muss ich in den nächsten Tagen drüber. Hey, ganz toll. Nach einer kurzen Selbstmassage kämpfe ich mich humpelnd, mit knirschenden Zähnen, in die nächste Ortschaft, die glücklicherweise schon mein heutiges Tagesziel ist. Vier Kilometer klingt ja anfangs nicht so viel, aber unter diesen Bedingungen – eine halbe Ewigkeit. Vor der Gite angekommen, bleibt mir nichts anderes über, als mich hinzulegen und zu warten bis diese öffnet. Weil die Stadt anzuschauen, ist echt nicht drinnen. Glücklicherweise steht eine Gartenliege hinter dem Haus. Könnt schlimmer sein. Erstmal ein kleines Schläfchen. Endlich ist Einlass. Ich beginne direkt zu kochen, um nach dem Essen so schnell wie möglich ins Bett gehen zu können. Duschen, schnell noch ausmassieren, einschmieren, mit Medikamenten vollpumpen, ab ins Bett und aufs Beste hoffen. Mal schau’n, wie’s weitergeht.

Tagesübersicht:

Weg: Aroue – Larribar-Sorhapuru – Ostabat

Strecke: 24 km

Schritte: 31.800

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