Mein Jakobsweg Tag #51

Was soll ich sagen, mein Wetter-Wunsch für heute ist eher nicht in Erfüllung gegangen. Bei einem Wechselspiel zwischen Nieselregen und strömendem Regen zu gehen, macht eher mäßig Spaß. Vor allem, wenn man außerhalb der Städte nur auf unbefestigten Waldwegen unterwegs ist und dabei knöcheltief im Gatsch watet. Wär allerdings auch nicht so schlimm, wenn’s nicht andauernd entweder steil bergauf oder bergab gehen würde. Langsam merk ich selber, dass ich ständig nur am Sudern bin, aber dieses Land gibt mir auch jeden Tag aufs Neue die Gelegenheit dazu. Wenigstens treffe ich auch andere auf dem Weg, die kein bisschen besser zu dem Thema eingestellt sind. Wenn dir ein Spanier, in Frankreich, in gebrochenem Englisch sagt, dass das Wetter beschissen ist, muss ja wohl was dran sein – oder nicht? Die Landschaft ist das Einzige, was mich ein wenig besänftigt. Immer, wenn ich mal wieder eine Schlammschlacht gegen die Waldwege Südfrankreichs gewonnen hab und vom Wald ins Freie komme, laufe ich an endlosen Sonnenblumenfeldern vorbei. Echt wunderschön. Aber auch die sind alles andere als glücklich über den Regen, so wie die den Kopf hängen lassen.

Naja, weitergehen muss ich trotzdem und nachdem ich um 11.00 Uhr mal wieder weit über der Hälfte meiner heutigen Tagesetappe bin, genehmige ich mir am Kirchplatz von Lauzerte ein kleine Pause.

Das gibt mir die Möglichkeit, endlich den Käse zu essen, den ich seit heute morgen im Rucksack mit mir herumtrage, weil der mehr als penetrante Geruch ist einfach nicht mehr länger auszuhalten. Aber er schmeckt! Dort treffe ich auch wieder auf das Schweizer Ehepaar, das sich heute mal bei mir vorstellt. Brigitte und Daniel heißen sie, echt super nett die beiden. Da wir sowieso heute in derselben Unterkunft übernachten, setze ich mich, wie gewöhnlich, nach vorne ab und versuche, die letzten Kilometer für heute einfach hinter mich zu bringen. Das absolute Highlight des Tages ist, dass die Gastgeberin der Gite ungefähr 50 Ringlotten-Bäume im Garten stehen hat und sie meint, wir sollen uns frei bedienen. Reife, frische, süße und saftige Früchte, nur 10 Schritte entfernt, so viele ich möchte und das auch noch gratis. Heyo, was gibt’s Schöneres. Da morgen wieder eine längere Etappe ansteht, heißt’s für mich heut nur mehr ab ins Bett und morgen geh mas wieder an. Hoffentlich bei besserem Wetter.

Tagesübersicht:

Weg: Montcuq – Lauzerte – Dufort-Lacapelette

Strecke: 26,3 km

Schritte: 36.710

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