Mein Jakobsweg Tag #50

So unerfreulich der gestrige Tag geendet hat umso erfreulicher beginnt der heutige. Mein Zimmergenosse, Stefaan, richtig cooler Typ aus Belgien, beschließt, sich mir heute für einen Teil der Strecke anzuschließen. Lässig. Da die Landschaft hier sowieso ziemlich öde wirkt, ist ein nettes Gespräch mit einem Gleichgesinnten die beste Möglichkeit, sich ein wenig abzulenken. Das klappt auch ziemlich gut für die ersten 10 Kilometer. Langsam glaub‘ ich, dass ich verflucht bin. Stefaan bekommt plötzlich Schmerzen im Fuß, die ihn dazu zwingen, sich früher als gewollt von mir abzusetzen. Liegt das an mir? Mhm. Also wieder alleine. Doch glücklicherweise treffe ich kurze Zeit später auf das Ehepaar aus der Schweiz und sie nehmen mich auf ein paar Kilometer in ihrer Mitte auf. Hilfsbereit, wie die zwei sind, bieten sie mir sogar an, mir beim Buchen der nächsten Herberge zu helfen. Aber bitte – ich, DAS Sprachtalent schlechthin, brauch bei solchen Lapalien doch keine Hilfe. Ich ruf einfach an, erklär der netten Dame am Telefon, was ich möchte und zack, schon hab ich ein Bett für morgen Abend. Glaub ich zumindest, ich hab kein Wort verstanden, was sie geantwortet hat. Egal. Ich muss sowieso heute erstmal ankommen. Da die Schweizer mir ein wenig zu langsam unterwegs sind und ich sie ja morgen in der Herberge wieder treffe, setze ich mich nach vorne ab. Mein absolutes Highlight heute ist, dass die Leute hier immer wieder frische Früchte vor ihren Häusern platzieren, wo ich mir zum Beispiel heute um nur 1,- € einen halben Kilo Pflaumen ergattern konnte. Die schmecken himmlisch. Der kleine Snack gibt mir genau die richtige Energie, um mich die letzten Kilometer noch durchzukämpfen.

Da ist es endlich, Montcuq. Jetzt nur noch die Gite finden und ab ins Bett. So fertig wie heute war ich schon lang nicht mehr. Nach dem herzlichen Empfang der Gastgeber schmeiß ich mich nach der Dusche direkt ins Bett und verschlafe eigentlich den ganzen Nachmittag. Zum Abendessen gibt’s zur Abwechslung mal wieder eine warme Mahlzeit, auch wenn’s nur eine Champignoncremesuppe aus dem Packerl ist, aber immerhin. Ein richtig netter Tag, so darf’s ruhig weiter gehen.

Tagesübersicht:

Weg: Cahors – Labastide-Marnhac – Montcuq

Strecke: 31 km

Schritte: 42.440

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