Mein Jakobsweg Tag #42

Komplett schmerzfrei aufzuwachen, bleibt wohl auch am 42ten Tag ein Wunschtraum. Die Oberschenkel sind nach den letzten Etappen die, ums einfach auszudrücken, bergig waren, ziemlich hinüber. Mit Cremen und Magnesium wirke ich dem entgegen und nach einem heute mehr als bescheidenen Frühstück starten wir auch schon in die nächste Bergetappe. Da geht’s erstmal raus aus Saint-Chely-d’Aubrac und zwar immer den Kanaldeckeln nach.Noch ein kurzer Stopp, um den netten kleinen Ort auf einem Foto zu verewigen, und dann geht’s auch schon erbarmungslos den Berg hinauf.Der Weg führt immer wieder über die Straße, aber verläuft auf den Wanderwegen, direkt daneben, um den örtlichen Verkehr nicht zu behindern. Weil wir sind bei weitem nicht die Einzigen, die hier unterwegs sind. Aber wenn man den ersten Anstieg hinter sich gelassen hat, lädt in einem kleine Dörfchen, mit knapp 5 Häusern, einer der ortsansässigen Landwirte zu Kaffee und Tee ein.Dann kommt erst mal stundenlang nichts außer Felder. Nichts als Felder. Bis der Weg in den Wald führt, der von den Unwettern der letzten Tage regelrecht verwüstet wurde. Direkt am Wanderweg ist kaum ein Durchkommen, da entwurzelte und abgebrochene Bäume kreuz und quer liegen.Aber auch diese Hindernisse überwinden wir und es geht immer tiefer in den Wald. Stundenlang. Bis uns der Weg endlich wieder ins Freie führt und kurz darauf sind wir in der Stadt, Saint-Come-d’Olt. Dort treffen Scharen von Touristen auf die nach und nach eintreffende Pilgermeute, was den Ort ungewohnt überfüllt wirken lässt. Nach einer kurzen Pause mit einer Stärkung aus Fertigmahlzeit sehe ich mir noch genau die Kirche an.Aber da das Wetter nicht ganz so gut aussieht und wir noch einiges an Weg vor uns haben, machen wir uns lieber auf den Weg. Die letzte Steigung für heute. Nachdem wir uns weit genug von der Stadt entfernt haben, um ein Umkehren unmöglich zu machen, fängt es an zu regnen. Ok Nein, nicht zu regnen, sondern zu schütten. Binnen Sekunden sind wir von oben bis unten komplett durchnässt. Toll. Zahlt sich aus, vorallem wenn der Regen auch nach 10 Minuten wieder zu Ende ist. Danke dafür. Wenigstens können wir die Aussicht am höchsten Punkt des letzten heutigen Berges dafür ohne Regen genießen.Der Blick auf unser heutiges Etappenziel gibt noch mal Kraft für die letzten Kilometer. Die sind auch kein Problem mehr und schon eine Stunde später stehen wir vor unserer heutigen Unterkunft, der Gite d’Etape Le Halte Saint Jacques. Nach einer wohlverdienten Dusche und einem kurzen Powernap ziehen wir nochmal los, um ein Abendessen zu bekommen. Doch die Stadt ist wie ausgestorben, es hat nichts geöffnet. Wirklich nichts. Lediglich ein kleiner Pizzashop an der Ecke hat offen. Eine warme Mahlzeit und noch die passende Kulisse dazu und es ist alles paletti.Tagesübersicht:Weg: Saint-Chely-d’Aubrac – Saint-Come-d’Olt – Espalion

Strecke: 26 km

Schritte: 36.430

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