Mein Jakobsweg Tag #38

Nach 2 Wochen schönstes Wetter ist es heut endlich so weit. Das große Unwetter. Die ganze Nacht wütet ein Sturm vor meinem Zimmerfenster. Der Regen bleibt mir auch noch am Morgen. Durch den morgendlichen Nebel bekommt alles einen geradezu mystischen Schein.

Also in Kolonnen von Pilgern, auf engen, steilen Waldwegen, knietief durch den Schlamm waten. Spaßig. Um dem Regen etwas zu entkommen und mich nicht unbedingt mit den Scharen an fremden Menschen zu umgeben, die mich ohnehin nicht verstehen, gehe ich mein gewohntes Tempo und lasse einen nach dem anderen hinter mir. Noch dazu freue ich mich heute besonders auf das Ziel, da mich eine Studienkollegin aus Wien, Sophie, ab heute Abend für den Rest des Weges nach Santiago begleiten wird. Also immer weiter den Muscheln nach und versuchen, in der Menge an Menschen doch noch irgendwo, ab heute, zwei Betten zu ergattern. Tja, die Suche nach den Betten scheitert schon mal kläglich. Das bedeutet wohl Camping. Zumindestens da findet man immer ein Plätzchen. Da ab heute diese Option wieder möglich ist, weil Sophie ein Zelt mitbringt. Ich marschiere also mit Volldampf durch die Landschaft

bis zum heutigen Etappenziel, Saugues.

Am Campingplatz regle ich alles und mach es mir erstmal auf unserem heutigen Zeltplatz gemütlich.

Dann die erste negative Nachricht des Tages. Sophie hängt in Le Puy fest, da der Bus, wie er im Internet angepriesen war, heute nicht mehr fährt und das die einzige Möglichkeit ist, hierher zu kommen. Toll. Da ich mit der Campingidee schon ungefähr bei Plan D angelangt bin, gehen mir langsam die Ideen aus. Ich bereite mich auf den schlimmsten Fall vor, mit Schlafsack und Isomatte unter freiem Himmel schlafen.

Gibt schlimmeres. Aber definitiv auch besseres. Sophie hat die Idee zu trampen, was mich im ersten Moment eher nicht überzeugt. Doch durch mit Fotos von Kennzeichen und Fahrer ihrer Mitfahrgelegenheiten und kritischer Überwachung ihres Live-Standorts und nötigenfalls sofortiger Polizeialarmierung meinerseits, kommt sie doch noch unversehrt am Campingplatz an. Obwohl die körperliche Leistung heute eher nebensächlich war, kann ich ohne Übertreibung sagen, dass es im ganzen einer der anstrengendsten Tage überhaupt war. Ab morgen sind wir also zu zweit unterwegs. Mal sehen wie das wird.

Tagesübersicht:

Weg: St. Privat D’Allier – Monistrol D’Allier – Saugues

Strecke: 26,3 km

Schritte: 36.890

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