Mein Jakobsweg Tag #36

Obwohl ich mir die Anwesenheit anderer Pilger in den letzten Wochen ersehnt habe, überzeugt mich der erste Morgen schon vom Gegenteil. Um 5.00 Uhr (!!) beginnt der große Ansturm auf das Frühstück, um als einer der Ersten am Camino aus der Stadt zu laufen. Wie kann man so gestört sein? Ich lass mich an meinem Pausetag natürlich von keinem stressen, sitze dann um 7. 00 Uhr gemütlich beim Frühstück und das wohlgemerkt, alleine. Herrlich. Dann mach‘ ich mich auf den Weg, um die Stadt zu erkunden und steh wie so oft vor verschlossenen Toren. Der Zutritt zu jedem sehenswerten Bauwerk ist nicht nur erst nachmittags möglich, nein, es wird auch Eintritt verlangt. Sie verlangen allen Ernstes von mir, 4,- € zu bezahlen, um dann in etwa 1.000 Stufen hochzusteigen, um eine Statue anzusehen, die man vom Fuße des „Berges“ auch betrachten kann.

Vermutlich nicht genauso gut wie von oben, aber definitiv gratis. Und bei der Kapelle am Nachbarberg genau dasselbe. Tja, was soll’s. Für ein Foto reichts.

Da mir das Sightseeing somit vermiest ist, geh ich eben Shoppen. Die Suche nach neuen Schuhen beginnt. Das Sportgeschäft der Stadt befindet sich eh nur 3 Kilometer außerhalb der Stadt. Man will ja auch nicht zuviel Pause machen an so einem freien Tag. Zu meinem Glück ist die Auswahl an Wanderschuhen dort echt sehr ansehnlich und dann gibt’s die Schuhe auch noch in meiner Größe. Kaum zu glauben. Schnell mal einen Batzen Geld liegen gelassen, aber wieder mit festem Schuhwerk unterwegs. Yay. Da die Stadt um die Mittagszeit herum auch endlich aus dem Schlaf erwacht und sich in kürzester Zeit mit Menschen füllt, heißt das für mich zurück in die Unterkunft, Vorhänge zu und Zeit für ein Nachmittagsschläfchen. Und was für eines. Zum ersten Mal seit einem Monat sitze ich frisch und erholt beim Abendessen wo ich sofort meine Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis stellen kann. Ein älteres Ehepaar aus Barcelona sitzt neben mir und so wie ich sprechen sie kein französisch. Dann wird eben spanisch gesprochen. Wenn mir nur im richtigen Moment die richtigen Vokabel einfallen würden. Etwas holprig und mit öfterem Wiederholen der Fragen kommt dann doch noch ein Gespräch zustande. Hab ich voll gerockt, würd‘ ich sagen. Jetzt heißt’s für mich alle Vorbereitungen für morgen zu treffen, Rucksack packen und morgen geht’s weiter am Camino „via Podiensis“. Mal schauen, wie’s weitergeht.

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