Mein Jakobsweg Tag #14

Der Geburtstag und damit die Pause sind vorbei, das heißt, für mich geht es zurück in die harte Realität. Mit frisch gewaschenem Gewand („Danke, Mama“), vollem Magen und neugeschöpfter Motivation mache ich mich wieder auf den Weg. Los geht’s hinter dem Bauernhof, in dem ich die letzten 2 Nächte verbracht habe, direkt in den Wald. Eine durchgehend graue Wolkenwand hängt über mir, es ist eiskalt und regnet. Perfekte Bedingungen. Die erste Stunde gehe ich, ohne Übertreibung, durch den finstersten Wald, in dem ich je war.

Obwohl es taghell ist, merke ich unter den dicht gereihten Nadelbäumen kaum etwas davon. Da mich die Paranoia ein wenig übermannt, muss ich einen meiner Kopfhörer aus dem Ohr nehmen, um mein Umfeld besser wahrnehmen zu können. Wie froh ich bin, da endlich rauszukommen. Weiter geht’s über endlos scheinende Feldwege

und durch das am Chiemsee liegende Naturschutzgebiet.

Nicht nur vom Terrain her sondern auch, was das Wetter betrifft, habe ich heute so ziemlich alles erlebt. Damit nicht genug, schickt mich mein Navi erstmal 5 Kilometer eine Feldstraße entlang, die, obwohl sie ja ganz nett zu gehen ist, abrubt vor den Toren der Justizvollzugsanstalt von Bernau – mit Stacheldraht, Kameras und zahlreichen Stopp- und Betreten-verboten-Schildern – endet! Von der ist genau Nichts auf meiner Online-Karte zu sehen – und keinerlei Möglichkeit, diese zu umgehen. Das heißt, fast alles wieder zurück und eine neue Route suchen. Danke, Google Maps. Nicht cool. Meine neue Route führt mich nicht nur wieder ein erhebliches Stück auf dem Weg, auf dem ich gekommen bin, zurück, nein, sondern zwingt mich einen dermaßen großen Umweg zu laufen, dass ich nicht nur eine Stunde länger unterwegs bin, sondern auch fast 5 Kilometer weiter laufen muss, als geplant. Gar! Nicht! Cool!Google! Mit müden Füßen und ziemlich fertig komme ich an der Pension Martlschuster in Bernau an, wo mich der überaus freundliche Gastwirt auch sofort in Empfang nimmt. Nach der ganzen Anstrengung gibt’s erstmal eine Ladung Magnesium und eine heiße Dusche. Das sollte helfen. Dann noch ein ausgiebiges Abendessen beim Italiener auf der anderen Straßenseite und die Aufregung des Tages ist fast vergessen. Jetzt geht’s für mich auch ab ins Bett und morgen „geht’s“ weiter.

Tagesübersicht:

Weg: Waging am See – Chieming – Übersee – Bernau am Chiemsee

Strecke: 34,2 km

Schritte: 47.820

2 Kommentare zu „Mein Jakobsweg Tag #14

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