Mein Jakobsweg Tag #10

Das erste Mal seit 10 Tagen wache ich gut ausgeruht auf. Die Knieschmerzen sind heute nur leicht zu spüren. Das muss ein guter Tag werden. Zusätzlich werde ich mit einem wahnsinnig guten und reichlichen Frühstück verwöhnt, was die Motivation auf den Tag ungemein steigert.

Da ich mir gestern Abend noch die Arbeit gemacht habe, Wäsche zu waschen, kann ich mich heute zusätzlich über ein frisches Paar Socken freuen. Klingt zwar wie nichts, aber wenn man unterwegs kaum Möglichkeit auf solche Selbstverständlichkeiten, wie frische Wäsche hat, ist so etwas einfach nur ein tolles Gefühl. „Genieß die kleinen Dinge.“ Alles, was ich bei meinem Frühstück, welches scheinbar für 3 Leute gedacht war, nicht essen konnte, durfte ich als Wegzehrung mitnehmen. Jackpot. Mit vollem Magen, vollem Rucksack und jeder Menge Motivation mache ich mich auf den Weg. Auf den ersten Kilometern mache ich mich nebenbei auf die Suche nach meiner nächsten Unterkunft. Nach meinem ersten Anruf, im Pfarramt Straßwalchen, werde ich auch schon fündig. Der dortige Diakon meint, für einen Pilger finden sie immer einen Platz. Mit diesem Problem weniger gehe ich entspannt meines Weges. Mal wieder am Straßenrand entlang. Kann scheinbar nicht alles gut sein. Ich lasse eine Ortschaft nach der anderen hinter mir.

Nach zirka 3/4 des Weges machen sich die ersten Müdigkeitserscheinungen bemerkbar und die Knieschmerzen werden wieder stärker. Zusätzlich kommt ein leichtes Ziehen im linken Schienbein dazu, worüber ich mir anfangs noch keine Gedanken mache. Doch mit jedem gegangenen Kilometer nimmt auch der Schmerz im Schienbein drastisch zu. Fühlt sich wie eine Beinhautentzündung an. Der Tag hat einfach zu gut begonnen. Mit letzter Kraft schleppe ich mich unter Schmerzen in den Pfarrhof, um mich von der dort zuständigen Dame in mein heutiges Nachtlager führen zu lassen. Da Sportverletzungen dieses Art, für mich zumindest, ziemlich normal sind, fixiere ich das Bein sofort mit einigen Streifen Physiotape und mache mich auf in die nächste Apotheke, um mich mit Magnesium und diversen Salben einzudecken. Jetzt werd ich mal versuchen, mich so gut wie möglich auszukurieren, damit die Reise für mich kein vorzeitiges Ende nimmt. Morgen sehen wir weiter.

Tagesübersicht:

Weg: Vöcklabruck – Vöcklamarkt – Mösendorf – Frankenmarkt – Straßwalchen

Strecke: 28,8 km

Schritte: 40.390

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