Mein Jakobsweg Tag #5

Der heutige Tag beginnt wie jeder andere zuvor, mit dem Läuten meines Weckers, der mich aus diversen Traumwelten zurück in die harte Realität holt. Ich wälze mich aus dem Bett. Die Beine, Füße und Schultern schmerzen. Was soll’s? Hilft nix, los geht’s. Ich fülle meine Wasserblase, schnüre meine Schuhe und schnalle mir Ossi, meine Monstrosität von Rucksack, auf den Rücken und mach mich auf den Weg. Ja, ich hab ihn Ossi getauft, um nicht in Versuchung zu kommen, ihn in Folge einer Kurzschlussreaktion am Straßenrand zurückzulassen. Zu meinem Leidwesen ist der Wind, den ich mir am Vortag sehnlichst gewünscht habe, heute sehr präsent. Cool. Super Start in den Tag ohne Frühstück, statt dessen mit starkem Gegenwind. Ich marschiere die Donau entlang, durch eine kleine Ortschaft nach der anderen, da taucht die Schleuse von Ybbs auch schon am Horizont auf und gibt mir Mut, da ich mit der Überquerung auch schon mehr als die Hälfte der Tagesstrecke hinter mich gebracht habe. Das sogar vor dem Mittagessen. Ich marschiere wie besessen den Donauradweg entlang, der sich zu meiner Verwunderung auf einmal in einen Bundesstraße, ohne Gehsteig und meist auch ohne begehbares Bankett, verwandelt, wo ich quasi mitten auf der Straße die nächsten Kilometer zurücklegen muss. Das übermäßige Tempo bleibt nur leider nicht ohne Folgen. Mittlerweile dürfen zwei meiner Zehen eine Blase ihr eigen nennen. Nicht gut.

Darum stoppe ich beim nächsten Gasthaus, um mir mein verdientes Mittagessen zu genehmigen und meinen Füßen eine kurze Rast und Abkühlung in der Donau zu gönnen. Ich habe mir vorgenommen, mir heute ein gesundes, nahrhaftes Mittagessen zu gönnen. Die Kellnerin erklärt mir, dass sie leider keine der Speisen nach 14 Uhr anbieten, deshalb besteht die Auswahl zwischen Pizza und belegten Broten. Soll so sein. Eine Pizza und einen kleinen Radler später, mach ich mich mit gekühlten Füßen und Motivation wieder auf den Weg. „Sind ja nur mehr 7 Kilometer“. Aber wie sich kurz darauf zeigt – eben steil bergauf. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich um Tränen oder Schweiß handelt, was mir das Gesicht herunterläuft. Verbissen zwinge ich mich den Berg hinauf.

Oben entdecke ich die nächste Markierung und freue mich, noch am richtigen Weg zu sein. Die Anstrengung wird mit einem wunderschönen Ausblick belohnt.

Noch eine paar Meter bis zur Unterkunft. Die Gastwirtin steht bereits in der Tür und erwartet mich. Mit einem Bier und einem netten Gespräch mit einem ortsansässigen Bauern lasse ich den Abend ausklingen. Noch schnell unter die Dusche und ab ins Bett. Morgen geht’s weiter.

Tagesübersicht:

Weg: Klein-Pöchlarn – Marbach an der Donau – Ybbs an der Donau – Neustadtl an der Donau

Entfernung: 28,7 km

Schritte: 40.170

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